Schutzkonzept der evangelischen stadtmission Koblenz

Verhaltenskodex: Weil jeder Mensch von Gott geliebt ist, wollen wir als Gemeinde ein sicherer Ort sein.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollen sich in unserer Gemeinde wohl und sicher fühlen. Sexualisierte und sexuelle Gewalt sowie jegliche Form von Missbrauch bewirken genau das Gegenteil. Wir wollen diese Themen nicht tabuisieren, sondern vorbereitet sein, falls ein solcher Fall in unserer Gemeinde auftritt. Grundlage dafür ist unser Verhaltenskodex, der auf den Werten unseres christlichen Glaubens beruht. Mit ihm vereinbaren wir, wie wir miteinander umgehen wollen und wie nicht.

1.Wir erkennen an und sind uns bewusst, dass jeder und jede individuelle Grenzempfindungen hat. Wir respektieren und wahren deshalb die Intimsphäre und das Schamgefühl anderer.

2.Wir achten und respektieren das NEIN anderer. Jeder und jede darf für seine und ihre Grenzen einstehen. Wir geben Raum, damit jeder möglichst frei uns ohne Druck seine Grenzempfindung ausdrücken kann.

3.Wir leben Beziehungen untereinander in Verantwortung füreinander. Das bedeutet, dass wir wertschätzend mit unseren Mitmenschen – egal ob jung oder alt – umgehen.

4.Abwertendes Verhalten – verbal oder nonverbal – hat bei uns keinen Platz. Wir tolerieren kein gewalttätiges, rassistisches oder sexistisches Handeln.

5.Unser Ziel ist es, uns bei Meinungsverschiedenheiten mit dem nötigen Respekt darüber auszutauschen.

6.Wenn mir jemand etwas Vertrauliches erzählt, gehe ich auch vertrauensvoll damit um. Die Vertrauenspersonen unserer Gemeinde/die Interventionsgruppe oder eine externe Fachberatungsstelle dürfen bzw. sollen in bestimmten Fällen aber explizit zurate gezogen werden. Sie alle behandeln die ihnen anvertrauten Informationen vertraulich.

7.Wir sind uns bewusst, dass zwischen der Leitung bzw. Mitarbeitenden und sowie Mitarbeitenden und Teilnehmenden zwangsläufig immer eine Art Machtgefälle besteht. Machtgefälle dürfen nicht missbraucht werden. Jeder und jede geht verantwortungsbewusst und sensibel mit seiner/ihrer Position und der Macht um, die ihm/ihr übertragen ist.

8.Mitarbeiter sind verpflichtet, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um Kinder, Jugendliche und Erwachsene vor sexueller und sexualisierter Gewalt zu schützen

9.Wenn uns Verhalten auffällt, das nicht im Einklang mit unserem Kodex steht, dürfen und sollen wir dies aktiv ansprechen und in Liebe und Respekt dazu aktiv Stellung beziehen.

10. Wir leben eine positive Fehlerkultur und verstehen Fehler als Möglichkeit, daraus zu lernen und sich zu verbessern. Es ist okay, Fehler zu machen und es ist erlaubt und erwünscht, Fehler offen anzusprechen. Ansprechpartner können die Mitarbeiter, Gruppenleiter oder Vertrauenspersonen sein.

11. Gespräche über Sexualität müssen immer auf Freiwilligkeit beruhen. Das bedeutet: Wir informieren vorab, wenn sexuelle Themen angesprochen werden sollen und geben jedem die Möglichkeit, dem Thema fernzubleiben.

Unser Ziel: Wir wollen eine Gemeinde sein, in der Menschen geschützt, geachtet und gestärkt werden.


Wenn du betroffen bist:

Beachte den Interventionsplan „Ich bin betroffen“ und nutze das Onlineformular (oder den Meldebogen im Stilleraum der Evangelischen Stadtmission). Vorfälle von (sexuellem) Missbrauch belasten die Psyche sehr. Das ist ganz normal. Kümmere dich gut um dich selbst. Such dir (vielleicht sogar schon vor der Intervention) professionelle therapeutische Hilfe und (wenn du möchtest) jemanden, der dich seelsorgerlich, im Gebet und im Gespräch begleitet.

Kontakt und Hilfe

Vertrauenspersonen in der Ev. Stadtmission Koblenz: Uta Kropp, Matthias Kolk und Damaris Buller.

E-Mail: vertrauensvoll@stadtmission-koblenz.de


Unser Interventionsplan

Interventionsplan: Was ist, wenn ich etwas grenzüberschreitendes beobachtet oder erlebt habe …

Das ist uns wichtig:

Selbstverpflichtung: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserer Gemeinde kennen und unterschreiben die Selbstverpflichtung (Verhaltenskodex). Damit verpflichten wir uns gegenseitig zu einem achtsamen und respektvollen Umgang miteinander und den uns anvertrauten (auch jungen) Menschen. In den Mitarbeiterteams wird sie regelmäßig zur Sprache gebracht.

Sensibilisierung: Durch regelmäßiges Informieren über das Schutzkonzept sollen die Zugangswege zu konkreter Hilfe bekannt sein. Darüber hinaus wollen wir das Thema auch in Kleingruppen und in Gottesdiensten immer wieder einbringen.

Fehlerkultur: Wir geben einander Feedback, berichten von Situationen, in denen wir uns nicht sicher gefühlt haben und sind eine Lerngemeinschaft. Fehler gehören zum Lernprozess dazu. Darum sprechen wir sie an, reflektieren sie miteinander und unterstützen uns dabei, sie nicht zu wiederholen.

Schulungen: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden jährlich zu dem Thema geschult. Es geht darum, (1.) einen Blick zu entwickeln für Strukturen die Gewalt und Missbrauch enthalten oder begünstigen, (2.) Gewalt und Missbrauch in der konkreten Situation zu erkennen und (3.) in fraglichen oder brenzligen Situationen richtig und angemessen zu reagieren, damit Missbrauch und Gewalt in unserer Gemeinde keinen Platz findet. Eine Kindeswohlschulung ist Voraussetzung für die Mitarbeit im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. Jährlich gibt es ein Angebot zur Sexualaufklärung „Aufgabe und Chance“ nach Ute Buth (Referentin des Weißen Kreuzes).

Führungszeugnisse: Personen, die in besonders sensiblen Bereichen mit Kindern und Jugendlichen arbeiten (besonders schutzbedürftige Kinder, Übernachtungen, Einzelbegleitungen, …) zeigen vor Beginn dieser Tätigkeit ein aktuelles erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vor.

(Selbst-)Reflektion: Leiterinnen und Leiter reflektieren regelmäßig (mit ihren Teams) wo besondere Risiken und Gefährdungen im jeweiligen Angebot vorkommen (z.B. räumliche Situation, Zielgruppe, Mitarbeitersituation) und wie man diesen Umständen begegnen kann.


Stand Schutzkonzept Oktober 2026